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Zuerst noch eine Kurzbeschreibung über unser Projekt, damit ihr auch den Unterschied zu den “typischen”
sexualpädagogischen Veranstaltungen erkennt.
Wenn wir zu euch kommen, geht es um Liebe, Gefühle, Freundschaft aber vor allem um Rollenlischees. Gender
(Geschlecht) orientiert bedeutet, das wir uns im speziellen mit typischen Rollenverhalten und Rollenerwartungen in der Gesellschaft, zwischen Männern und Frauen (den Geschlechtern), aber auch über Bilder von
Randgruppen unterhalten.
Was ist typisch männlich, was ist typisch weiblich und wieso ist das so?
“Eine Junge ist stark, aggressiv und tapfer, denn ein Indianer kennt kein Schmerz. Ein Mädchen ist schwach, zickig,
hilfsbereit, sensibel und muss schauen, wie sie später den Beruf mit dem Kind vereinbart”. Sicherlich kennt ihr das auch, ihr seid bei einer Geburtstagsparty eingeladen und seht lauter neuer Leute, die ihr nicht
kennt. Was passiert dann? Innerhalb von wenigen Sekunden hat man diese Personen in bestimmte “Schubladen” gesteckt. Schubladen, wie: Die Person ist.... cool, attraktiv, dämlich, sieht voll sch.... aus, Streber/in,
Weichei, Flitchen, tuntig, Snop, schön, nett, uninteressant, keine Markensachen, reich, arm, alternativ, Labertasche, öde etc.
Als Mädchen und als Junge befindet man sich auch in einer Schublade. Der Geschlechterschublade.
Frauen dürfen weinen, bei Männern ist das eher komisch, genauso wenn Frauen sich prügeln, dann gilt das auch eher als
merkwürdig darüberhinaus gibt es viele andere Verhaltensweisen, die jeweils dem einen oder dem anderen Geschlecht eher zugeordnet werden. Diese “Schubladen” bestehen schon seit Jahrtausenden, wurden oft nicht
hinterfragt, weil es einfacher war, alles so zu lassen. Denn so viele Unterschiede
zwischen Jungen und Mädchen gibt es nicht, Jungen haben auch Gefühle, die sie auch leichter zulassen könnten und warum sollten Mädchen nicht auch mal aggressiv oder sogar stark sein.
Wenn wir zu euch in die Klasse kommen, machen wir diese Klischees bewusst, anhand von Methoden und diskutieren
anschliessend über die Ergebnisse mit euch.
Hier ist ein Auszug von Fragen, die gestellt wurden:
von Mädchen an die Jungen:
Warum müssen Jungs immer so cool sein?
Warum wollen Jungs immer nur das eine?
Warum geht ihr uns immer an die Wäsche? (Ohne zu fragen)
Warum seid ihr so kindisch?
Was findet ihr an Mädchen toll? (Aussehen, Charakter)
Wie soll euer Traummädchen sein?
von Jungen an die Mädchen:
Warum gehen Mädchen immer gemeinsam aufs Klo?
Warum sind Mädchen immer so zickig?
Warum wollen Mächen erst nach ungefähr zwei Monaten mit mir schlafen?
Warum dürft ihr euch küssen und wir nicht?
Warum braucht ihr vom Spiegel immer so lange? (Schminke, Haare, ....)
Warum wollt ihr immer nur ältere Freunde haben?
Mit wie vielen Jahren wollt ihr das erste mal Sex haben?
an uns:
Wann bin ich ein richtiger Mann?
Warum unterhält ein Klassenkamerad von mir sich mit mir nur auf der Straße, aber nicht in der Klasse?
Ich bin neu in einer Klasse und fühle mich nicht wohl dort, denn meine Mitschüler akzeptieren mich nicht mit meinen
Klamotten? Was kann ich tun?
(Mädchen) Ich komme viel besser mit Jungen klar, bin ich normal?
Warum werden Mädchen schneller als Schlampen abgestempelt?
Warum werden manche Menschen für homosexuell gehalten, obwohl sie es gar nicht sind?
Ein Freundin von mir ist lesbisch, ich habe Angst, das sie mich jetzt anmacht? Was kann ich tun?
etc.....
Themen:
Markenklamotten, Rollenklisches/Erwartungen, Aussenseiter, was ist normal/nicht normal, Sozialisation, Wirkung der
Medien, Zukunftsplanung, Homosexualität.....
Natürlich sprechen wir mit euch, wenn ihr es wollt über Verhütungsmittel, Geschlechtskrankheiten und körperliche
Veränderungen in der Pubertät,
das hängt jedoch starkt von der Zeit, die uns zur Verfügung steht ab. Diese Themen sind wichtig, sind bei uns jedoch nachrangig, da sie oft schon Hauptbestandteil von anderen sexualpädagogischen Projekten sind.
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