Die Frauenbewegung hat es vorgemacht und die Männerbewegung zieht seit einigen Jahren nach. Dies wurde aber auch höchste Zeit! Denn Frau/Mann erreicht nur wenig, wenn sich nur ein Geschlecht auf das andere zubewegt. Aus diesem Grund und mit dem politischen Auftrag des Ausschuss für Kinder Jugendliche und Familien vom 23.11.2005 ist das Amt für Kinder Jugendliche und Familien beauftragt worden, einen Jungentag in Münster zu konzipieren und umzusetzten.

Dieser Auftrag wurde an den AK-Jungenarbeit in Münster weitergegeben und so entstanden vier jungenrelevante Themenbreiche. Zwei der Themenfelder sind überwiegend mit Methoden ausgestattet, die bereits in der Arbeit vom Projekt “abgeklärt” angewendet wurden.

Auch wenn der Jungentag parallel zum Girls Day stattfindet, haben diese beiden Angebote nur wenig Schnittstellen. Der Girls Day bietet Mädchen die Chance mädchenuntypische Berufsfelder zu erkunden und kennen zu lernen, Berufsorientierung steht hier im Vordergrund, um so einen neuen Erfahrungshorizont zu ermöglichen.

Der Jungentag hingegen bietet Jungen die Möglichkeit in einen Austausch mit anderen Jungen gehen. Hier geht es um die Reflektion von Geschlechterrollen, Identitäten und tradierten Rollenverhalten.  Dieses Rollenverhalten wird massiv in der Pubertät einstudiert, daher wird am Jungentag schon mit Schülern der Klasse 6 gearbeitet. Sie befinden sich in dieser Zeit in einer Umbruchsituation und gerade hier ist es wichtig ihnen Angebote zu machen und Perspektiven zu diskutieren, die sowohl ihren Selbstfindungsprozess unterstützen als auch ihre Persönlichkeitsentwicklung fördern.

Themenfelder sind:

Einheit 1: Männliche Identität

Einheit 2: Lebensplanung

Einheit 3: Rollenbilder

Einheit 4: Sexualität

Zu diesen Themenfeldern gibt es unterschiedliche methodische Konzepte, die in Mappe “Münsteraner Jungentag” beim Jugendamt erhältlich sind. “abgeklärt” widmet sich am Jungentag dem Themenfeld Identität. In dieser Einheit werden verschiedene Identitäten “neben einander gestellt” und diskutiert. Es werden eigene Vorstellungen  über männlich/weiblich sein hinterfragt. Gewalt oder Suchtprävention würden einige für diesen Tag präferieren, doch an diesem Tag sollte es nicht um Defizite, sondern um Chancen, Vielfalt, Gefühle und auch Ängste gehen die Jungen gerade in dieser postmodernen Gesellschaft haben. Der Jungentag ist ein Zeitfenster für und nicht gegen Jungen.